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Mephisto

schwarz wie pech, rot wie feuer und diabolisch stark


Die Mephisto ist die leistungsfähigste Konstruktion in einer Serie von erfolgreichen Experimentalraketen. Die, abhängig von der Konfiguration, 1.5 m bis 1.9 m hohe Rakete aus Kohlefaserverbundwerkstoff ist darauf ausgelegt 3 kg schwere Experimental-Nutzlasten auf eine Höhe von bis zu 2800 m zu befördern. Während des ballistischen Parabelfluges der bis zu 9 kg schweren Rakete können in der Schwerelosigkeit verschiedenste Experimente durchgeführt werden.

Die Mephisto dient der ERIG als Grundstufe und Erprobungsträger für die Weiterentwicklung von Höhenforschungsraketen. Das Ziel dabei ist, binnen weniger Jahre 10.000 m Flughöhe zu erreichen und die transportierte wissenschaftliche Nutzlast sicher zur Erde zurückzubringen zu können. In Teilprojekten wurden dazu bereits Systeme zur Messdatenübertragung, zur Lageerkennung und zur sicheren Landung verwirklicht.

Der erste Start einer Mephisto-Rakete fand Ende Juli 2002 auf dem Festival de l'Espace in Millau, Frankreich statt. Bei diesem Flug wurden als Nutzlast Sensoren zur Flugbahnbestimmung mitgeführt. Aus den Messwerten, die die mittlerweile standardmäßig in den Raketen der ERIG eingesetzten Elektronik aufnimmt, konnte das Flugverhalten der Rakete während Start und Freiflugphase bestimmt werden. Diese Daten dienen dazu, eine Modellierung der Flugbahn für spätere Aufgaben vorzunehmen.

Der zweite Start fand im Mai 2003 auf dem Flugerprobungsgelände in Meppen statt. Das Gelände machte es möglich mit einem stärkeren Motor größere Flughöhen zu erreichen und damit eine Fülle von ergänzenden Daten zum Flugverhalten auswerten zu können. Danach wurde die Rakete mehrfach auf einem Fluggelände in Unterlüss gestartet, wobei jedes Mal neue und größere Experimente geflogen werden konnten.

Um die Rakete sicher zur Erde zurückkehren zu lassen und, um die Belastung der Rakete während des Abstieges zu verringern, wurde ein eigenes, zweistufiges Fallschirmsystem entwickelt, das dafür sorgt, dass die Rakete in geringer Entfernung vom Startgelände landet. Ein kleiner Bremsfallschirm verringert sanft die Geschwindigkeit und sorgt dafür, dass die Rakete im Wind nicht zu weit abtreibt. In geringer Höhe wird der Hauptfallschirm geöffnet, um die Landegeschwindigkeit zu minimieren. Die Bremskraft der Fallschirme wird von der Mechanik in der Fallschirmkammer aufgenommen. Um auch unter dieser Last zu funktionieren wurde ein einfaches System aus Sperren konstruiert, welches von Servomotoren gesteuert wird. Aus Gewichtsgründen wurde auch hier Aluminium verwendet und es hat sich gezeigt, dass dieses System ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit bietet.

Die Rakete soll universell eingesetzt werden können, daher wurde auf das Prinzip der Modularität zurückgegriffen. Die Funktionseinheiten wie Antrieb, Fallschirmsystem und Nutzlastbehälter sind in eigenen Modulen untergebracht und können je nach Bedarf ausgetauscht und an die Umstände angepasst werden. So kann die Nutzlast eines Fluges ausgewertet werden während die Rakete mit einem neuen Experiment bereits auf den nächsten Flug vorbereitet wird.

Die Verbindung der Module untereinander stellt hohe Anforderungen an Belastbarkeit und Passgenauigkeit. Weiterhin soll dieses System schnell zu lösen und zu schließen sein. Mit dem Ziel Gewicht zu sparen, wurde ein mehrteiliges System aus Aluminiumringen konstruiert, welches auf jeder Seite mit wenigen Schrauben verbunden wird. Der Vorteil dieser Konstruktion ist weiterhin, dass es einfach zu fertigen ist, was den begrenzten Mitteln der ERIG zugute kommt. Dieses System aus Aluminiumringen wurde in unterschiedlichen Ausführungen bei den vier Raketen dieser Baureihe eingesetzt und hat sich bereits während zahlreicher Flüge bewährt.