Motivation

Das Ziel von GRAB ist das Untersuchen von sogenannten Geckomaterialien unter Weltraumbedingungen. Geckomaterialien haben eine lamellenförmige Oberfläche, die eine adhäsive Wirkung auf Grund von Van-Der-Wals Kräften hat. Ähnlich wie, ein Gecko an Wanden läuft sind synthetische Geckomaterialien für viele Anwendungen denkbar. Insbesondere an der Beseitigung von Weltraummüll mit Geckomaterialien forscht das Institut für Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig gemeinsam mit der ERIG.

 

Nahaufnahme eines Geckomaterials (Kantenlänge: 10mm)

 

Das REXUS/BEXUS Programm

Das REXUS/BEXUS-Programm ermöglicht es Studierenden von Universitäten und Hochschulen in ganz Europa, wissenschaftliche und technologische Experimente mit Forschungsraketen und Luftballons durchzuführen. Jedes Jahr werden zwei Raketen und zwei Ballons gestartet, die insgesamt bis zu 20 Experimente enthalten, die von Studententeams entworfen und gebaut wurden.

 

Patch des REXUS/BEXUS Programms und des GRAB Experiments

 

REXUS-Experimente werden an einer ungelenkten, drallstabilisierten Rakete gestartet, die von einem improved Orion-Motor mit 290 kg Festtreibstoff angetrieben wird. Das Vehikel hat eine Länge von ca. 5,6 m und einen Körperdurchmesser von 35,6 cm. Die Experimente werden auf eine Höhe von ca. 90 km befördert und anschließend mit einem Fallschirm geborgen.

 

Die REXUS 21 Rakete während des Starts in Kiruna, Schweden

 

Das Experiment

Das GRAB Experiment besteht aus insgesamt acht Testarmen, die jeweils ein Geckomaterial gegen eine Oberfläche drücken und wieder abziehen. Dabei werden von Kraftmessdosen die Andrück- und Haltekräfte gemessen. Die Arme werden von Linearaktuatoren bewegt und durch sehr reibarme Teflonlagerung geführt.

 

Foto des GRAB Experiments während des Vibrationstests

 

Ergebnisse

Während der REXUS 21 Startkampagne konnte durch GRAB die Weltraumtauglichkeit von Geckomaterialien nachgewiesen werden. Anschließend wurde eine Testkampagne im ZARM Fallturm in Bremen durchgeführt, bei der weitere Daten gesammelt wurden. Die Ergebnisse wurden in einem Paper veröffentlicht und auf dem ESA Symposium on European Rocket and Balloon Programmes in Visby, Schweden vorgetragen.